Stadtvillen in Dresden

Die zwei Stadtvillen in der grünen Vorstadt Dresdens orientieren sich hinsichtlich ihrer Größe und Höhenentwicklung an der umgebenden Bebauung, die überwiegend zu Beginn des Jahrhunderts errichtet wurde. Die Maßordnung der Fassaden wurde auf der Grundlage von Studien der bestehenden Bebauung und deren Fassadenordnungen sowie Proportionen entwickelt. Durch die Beschränkung auf die wesentlichen Merkmale wurde der bauliche Kontext auf seine wesentlichen Erscheinungsformen reduziert, so dass die beiden neuen Gebäude in ihrer minimalistischen Form eine Art typologisches Spiegelbild darstellen.

Durch die unterschiedlichen Dimensionen der Gebäudevolumen entsteht eine spannungsvolle Hierarchie zwischen dem straßenseitig gelegenen Gebäude sowie dem Gartenhaus, deren Zusammengehörigkeit durch die Verwendung des gleichen Fassadenmaterials sowie gleicher Fensterformate pragmatisch hergestellt ist.

Der Zugang zum Grundstück erfolgt von Osten, zwischen den beiden Gebäuden befinden sich die Flächen für Stellplätze. Der westliche Teil des Grundstücks ist als Streuwiese mit einem naturnahen Charakter angelegt.

Das Gebäudeinnere wird durch ein einläufiges, natürlich belichtetes Treppenhaus erschlossen. Durch die Wahl dieses Treppentypes sowie die Verwendung eines Bodenbelags aus Anröchter Dolomit erhält die Erschließung einen großzügigen, der Wohnlage angemessenen Charakter. Die Wohnräume sind nach Süden und Westen orientiert, während die Schlafräume der morgendlichen Ostsonne zugewandt sind.

Die Wohnungen sind einfach und übersichtlich organisiert und bieten auf Grund einer geräumig dimensionierten Diele Raum für offene Wohnnutzungen. Küchen und Wohnräume sind durch eine große Schiebetür verbunden und können als gemeinsamer Raum genutzt werden, der sich nach Westen zu den vorgelagerten großen Balkons orientiert. Die freistehende Bebauung ermöglicht eine natürliche Belichtung der Küchen und Bäder. Die konsequente Verwendung französischer Fenster für alle Räume verbindet die spartanischen, rationalen Innenräume mit dem parkähnlichen Außenraum.

Die Fassaden sind mit einem hellroten Klinker verkleidet, so dass die strenge Ordnung der Baukörper und Fassaden durch eine warme Ausstrahlung im Detail ergänzt wird. Die Fenster sowie die Eingangstüre sind aus Holz gefertigt. Die fensterhohen, weiss lackierten Schiebeelemente im Erdgeschoss gewährleisten einen gestalterisch unaufgeregten Blick- und Sonnenschutz und sind eine Reminiszenz an den mediterranen Charakter der umliegenden Weinberge.

Die Verwendung einfacher und unmodischer Materialien sowie die bewusste Ausbildung zurückhaltender, dem handwerklich Notwendigen entsprechenden Details ist als Statement zum städtebaulichen und gestalterischen Wildwuchs der neuen Vororte und Siedlungen in den neuen Bundesländern zu verstehen.